![]() | 02.11.2002 |
"Bohlen lacht sich doch kaputt!"
Dieter diente dem Schlagersänger einst als Chauffeur-"Sklave" / Brink-Buch wäre "noch viel amüsanter"
Von Sabine Küssner
Dieter Bohlens Buch ist in aller Munde, auch in Schlagerkreisen. Einer, der neben Verona, Naddel, Nora und dem Gärtner ebenfalls darin erwähnt wird, ist Bernhard Brink. Er kam allerdings relativ gut weg, outete sich die "literarische Neuentdeckung" Bohlen doch als sein ehemaliger Fahrer, der für Brink niedere Sklavendienste verrichtete. Im FN-Interview versicherte der blonde Schlagerbarde, dass er grundsätzlich sowieso über den Dingen stehe. Und etwas freute ihn ganz besonders: "Ich bin wohl einer der Wenigen in diesem Buch, mit denen Bohlen keinen Sex hatte!"
FN: Bernhard, haben Sie schon Dieter Bohlens Buch gelesen?
Brink: Nein, aber ich habe mir davon erzählen lassen. Dass Dieter Bohlen mich mal eine ganze Zeit lang gefahren hat, wusste ich gar nicht mehr. Und jetzt bezeichnet er das als Sklavendienst!
FN: Sie sind bestimmt der Einzige, für den er mal den Sklaven gespielt hat!
Brink: Ja, da bin ich ganz stolz! Der große Dieter Bohlen hat mich gefahren - ein tolles Gefühl! Und außerdem bin ich wohl einer der Wenigen in diesem Buch, mit denen er keinen Sex hatte. Das ist doch prima!
FN: Wie gefällt Ihnen solche Art von Literatur?
Brink: Der Erfolg scheint ihm recht zu geben. Aber Marcel Reich-Ranicki, den Bohlen wahrscheinlich nicht kennt, wird wohl sagen: "Das ist kein Buch - das ist ein übles Machwerk!"
FN: Was lesen Sie denn?
Brink: Krimis. John Grisham, Henning Mankell. Und natürlich "Bild"-Zeitung, BZ, Berliner Morgenpost...
FN: Gibt es noch Momente, in denen Sie die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn wieder mal was Falsches über Sie in der Zeitung steht?
Brink: Das mache ich ständig. Aber ich sehe das sehr locker. Man muss damit leben. Auch mit Dieter Bohlen. Der lacht sich doch kaputt! Wenn man ganz böse angeschossen wird, ist das natürlich nicht gerade schön. Aber ich stehe meistens über den Dingen.
FN: Leben und leben lassen heißt ja auch Ihr Motto.
Brink: Ja, sicher. Die Leute glauben aber auch nicht mehr alles, was so geschrieben wird.
FN: Hat sich Ihrer Meinung nach die Branche verändert?
Brink: Völlig! Früher saßen wir nach einer "ZDF-Hitparade" noch alle zusammen in der Kneipe. Heute wohnen neun Interpreten in vier verschiedenen Hotels. Jeder macht sein Ding. Das ist eben der Zeitgeist.
FN: Haben Sie schon mal daran gedacht, selbst auch ein Buch zu schreiben?
Brink: Mein Buch wäre noch viel amüsanter! Allerdings bräuchte ich eine sehr gute Rechtsabteilung...
FN: Leben und leben lassen - ist das so einfach in dieser Branche?
Brink: Ich mache das jetzt 30 Jahre und bin gut durchgekommen. Wenn ich wollte, könnte ich morgen aufhören. Und ich würde danach nicht zusammenbrechen, ganz sicher nicht. Andererseits ist die Branche auch immer wieder für Überraschungen gut. Ich habe alles erlebt - was jetzt noch kommt, ist die Zugabe.
FN: Womit kann man Ihnen eine richtige Freude bereiten?
Brink: Mit Freizeit. Ich träume davon, mal wieder die Füße auf mein Sofa zu legen und die Bayern verlieren zu sehen.
FN: Sie spielen selbst auch Tennis. Was sagen Sie zum Becker-Urteil?
Brink: Das ist in Ordnung so. Jede härtere Strafe wäre Mist gewesen. Boris Becker hat uns allen sehr viele schöne Stunden bereitet. Er hat auch so viele Steuern bezahlt. Boris wurde mit 17 Weltstar und hatte damals doch noch keine Ahnung, was da ablief. Man darf ihn auf keinen Fall in den Knast stecken, um Gottes willen!
FN: Wenn Sie von jetzt auf nachher etwas an sich ändern könnten, was wäre das?
Brink: (lacht) Da würde ich alles anders machen. Ich wäre so groß wie G. G. Anderson und hätte gern das Gewicht von Ottfried Fischer. Im Ernst: gar nichts. Darüber denke ich gar nicht nach. Man muss damit leben, was man hat und was man ist. Sicher würde ich ein paar Dinge anders machen, aber nicht grundsätzlich. Ich werde weiter meine große Klappe pflegen und mein Leben so gestalten wie jetzt auch. Der direkte Weg war für mich stets der beste. Und ich kann immer noch in den Spiegel schauen.