Fränkische Nachrichten05.05.2004

"Meine Mama hat immer den richtigen Riecher!"

Yvonne Catterfeld verlässt sich gern auf mütterliche Ratschläge / Am 18. Juni gastiert der Shooting Star in Adelsheim!

Von Sabine Küssner

Yvonne Catterfeld Sie war der absolute Shooting Star 2003 und sammelt Preise wie andere Leute Briefmarken. Jetzt ist Yvonne Catterfeld erstmals auf Solotournee unterwegs und gastiert am 18. Juni beim Seckachtal Festival in Adelsheim. Zuvor aber unterhielt sich die studierte Sängerin mit den FN über ihre Mama, Erfolgsdruck und BWL.

FN: Yvonne, weißt du noch, was du dir vom allerersten selbstverdienten Geld gekauft hast?

CATTERFELD: Bestimmt Klamotten! Mit 15, 16 Jahren fing ich an zu kellnern und bei Konzerten den Ausschank zu machen. Ich war schon sehr früh sehr selbständig.

FN: Wie sah denn dein Zimmer aus? Hattest du viele Poster an der Wand?

CATTERFELD: Nur ein paar. Ich hatte einen Hefter, in dem ich Artikel aus der "Bravo" sammelte. Als ich in dem Alter war, in dem man Poster aufhängt, waren Sandra, George Michael und Roxette aktuell, später fand ich Mariah Carey und Whitney Houston klasse.

FN: Du hast doch erst kürzlich bei Mariah Careys Deutschland-Konzerten als special guest gesungen.

CATTERFELD: Das war ganz toll! Schließlich ist sie die Sängerin, die mich geprägt hat, die ich rauf- und runter gehört habe. Ich versuchte, alles so zu singen wie sie.

FN: Hast du sie auch persönlich getroffen?

CATTERFELD: Nein leider nicht. Ich glaube, ich war die einzige, die sie nicht gesehen hat, weil ich immer irgendwelche Interviews geben musste und nicht ins Catering konnte. Alle haben sie gesehen, nur ich nicht!

FN: Wie gehen deine Eltern mit dir als berühmter Tochter um?

CATTERFELD: Meine Mama ist ganz süß. Sie hat schon vier dicke, fette Fotoalben angelegt und sammelt alles, was sie gerade entdeckt. Wenn mal ein negativer Artikel erscheint, malt sie ein trauriges Gesicht dazu. Und sie fügt immer Kommentare hinzu, "unsere...", (hält inne und lacht), oh, den Spitznamen sag ich jetzt nicht! Meine Eltern freuen sich jedenfalls ganz toll. Als ich mit dem Jazz- und Popularmusikstudium mit dem Hauptfach Gesang begann, hatten sie natürlich Angst, dass das eine brotlose Kunst ist. Aber jetzt sind sie echt froh.

FN: Sind sie ab und zu auf deinen Konzerten dabei?

CATTERFELD: Ja, wenn es in der Nähe ist. Sie arbeiten ja beide.

FN: Bist du dann vielleicht sogar ein bisschen aufgeregter, wenn du weißt, dass deine Eltern im Publikum sind?

CATTERFELD: Ja, das bin ich. Aber meine Mama hat stets den richtigen Riecher, auch wenn sie Laie ist. Sie sagt mir immer, was sie gut findet und was ihr nicht so gut gefällt. Das ist echt schön.

FN: Wie gehst du mit dem Erfolgsdruck um?

CATTERFELD: Es ist ganz wichtig, dass man an sich selbst glaubt. Ich hatte schon als Kind das Gefühl, dass ich auf die Bühne gehöre. Und ich habe auch jetzt ein gutes Gefühl. Das zweite Album war natürlich entscheidend. Da zeigt sich dann, ob man bestehen kann. Ich hoffe natürlich, dass ich noch viele Jahre Alben herausbringen kann.

FN: Du singst, schauspielerst, moderierst. Gibt es etwas, bei dem du lieber die Finger davon lässt?

CATTERFELD: Technik! Obwohl ­ wenn ich mich damit befasse, bin ich gar nicht so schlecht. Ich helfe auch bei den DVDs mit, schneide das Material und so weiter. Aber mit BWL zum Beispiel kann ich nichts anfangen. Von marktwirtschaftlichen Dingen habe ich keine Ahnung.

FN: Wenn du drei Tage frei hättest ­ was würdest du tun?

CATTERFELD: Da würde ich wegfliegen! Nach London. Oder nach Paris...

FN: Du gastiert am 18. Juni in Adelsheim. Wie wirst du deine Show gestalten?

CATTERFELD: Ich werde die schönsten Songs aus meinen beiden Alben "Meine Welt" und "Farben meiner Welt" präsentieren, die sich auch live am besten umsetzen lassen. Meine achtköpfige Band ist natürlich ebenfalls dabei. Es ist alles sehr auf die Musik reduziert, aber wir haben auch ein ganz tolles Bühnenbild, mit Projektionen und Animationen. Das wirkt alles sehr schön. Bis jetzt habe ich das ja leider noch nicht von vorne sehen können, aber auf der Videokamera sieht das gut aus und die Leute waren auch alle ganz begeistert.

FN: Kannst du das Gefühl beschreiben, wie es ist, auf der Bühne zu stehen?

CATTERFELD: Ich bin backstage aufgeregter als auf der Bühne. Da verfliegt die Nervosität meistens schnell. Ich fühle mich da oben sehr wohl und sehr zu Hause. Es ist ein sehr intimes Gefühl. Man gibt viel von sich preis, muss sich sehr öffnen. Das Schöne ist, wenn man den Menschen in die Augen blickt und merkt, dass sie aufmerksam sind, manche vielleicht auch weinen bei bestimmten Liedern. Das Publikum ist sehr gemischt bei mir. Wenn ich dann vorne die Kinder sehe, die mich mit großen Augen ansehen, denke ich: "O Gott, was muss das jetzt für sie bedeuten?" Für mich ist das unbegreiflich. Ich kenne mich ja! (lacht).

Tickets für das Konzert von Yvonne Catterfeld gibt es bei den FN.



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