Fränkische Nachrichten09.01.2006

„Ich bin ein schlechter Beifahrer”

Florian Silbereisen im FN-Interview / Mit dem „Überraschungsfest der Volksmusik” in Würzburg

Von Sabine Küssner

Florian SilbereisenErst am Samstag abend erhielt er die begehrte „Krone der Volksmusik” - ein weiterer Meilenstein in der noch jungen Karriere des Florian Silbereisen. Deutschlands jüngster Showmaster hat mit Recht allen Grund zur Freude. Seine „Feste der Volksmusik”, die er 2004 von Carmen Nebel übernahm, sind Quotenrenner, und bald geht er mit dem „Überraschungsfest der Volksmusik” auf große Tournee. Im Interview machte der 24-Jährige einen sehr entspannten Eindruck. Allerdings gibt es etwas, was auch ihm die Schweißperlen auf die Stirn treibt: „Ich bin ein ganz schlechter Beifahrer!”, gestand das Multitalent in ebendieser Rolle den FN am Telefon.

Florian, Sie haben schon jetzt das erreicht, wovon viele andere ihr Leben lang träumen. Wovon träumen Sie denn nun?

SILBEREISEN: Ich habe viele Träume! Und natürlich ist es ganz wichtig, dass man nie aufhört zu träumen. Die letzten zwei Jahren waren fantastisch. Aber jetzt muss man natürlich fleißig weiterarbeiten und viel lernen, um auch weiterhin etliche Jahre noch so erfolgreich zu sein. Denn nun schauen viele Medien zu und warten auf einen Fehler. Deshalb muss ich jetzt umso härter arbeiten, damit dieser Traum von meinem Traumberuf lange erfüllt bleibt.

Wie gehen Sie mit dem Erfolgsdruck um?

SILBEREISEN: Relativ entspannt. Ich habe weder einen Quotendruck noch eine Quotenvorgabe. Natürlich will man, wenn man schon mal so tolle Einschaltquoten erzielt hat, wieder solche Werte erzielen. Aber wenn es mal eine Sendung geben sollte, die nicht so erfolgreich ist, dann wäre es eben so. Da würde ich mich nicht verrückt machen. Neider gibt es immer wieder. Und je weiter man nach oben klettert, umso dünner wird die Luft. Ich habe ein tolles Team und eine tolle Familie um mich herum und kann mich absolut auf meine Lieben verlassen. Neider gehören dazu, aber ich lasse mich nicht verwirren.

Sie hören sich ziemlich entspannt an. Gehört das zu Ihrem Erfolgsrezept dazu?

SILBEREISEN: Man muss schon ein bisschen Selbstbewusstsein haben, und das habe ich auch. Ich weiß auch genau, dass ich fleißig an mir weiterarbeiten muss und nicht stehenbleiben darf. Allerdings bin ich auch ehrgeizig und habe so viel Freude und Spaß daran. Ich bin eigentlich wirklich immer entspannt. Klar bin ich auf der Bühne nervös. Trotzdem denke ich mir, was soll denn groß passieren? Es kann nicht mehr schief gehen, als dass ich mal einen Blackout habe und nicht mehr weiter weiß. Ich bin auch nur ein Mensch.

Und als was für einen Menschen würden Sie sich bezeichnen? In Ihren Antworten fällt immer wieder das Wort „fleißig”.

SILBEREISEN: Ich bin sehr optimistisch und versuche in allem Negativen auch wieder das Positive zu sehen. Ich bin sehr fröhlich. Einen Tag ohne Lachen kann ich mir nicht vorstellen. Es gibt Dinge, da war ich immer schon fleißig, und es gibt Dinge, da bin ich nicht ganz so fleißig, zum Beispiel, wenn es zu Hause ums Aufräumen geht. Da bin ich nicht der Strebsamste.

Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen, oder?

SILBEREISEN: Ein geordnetes Chaos muss sein. Ich weiß, wo ich hinlangen muss, und dann finde ich das auch irgendwie. Während dem Suchen finde ich aber schon wieder drei andere Dinge, die ich sonst nicht gesehen hätte - und das ist wunderbar!

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

SILBEREISEN: Ich hoffe, ich bleibe weiterhin der Showmaster der „Feste der Volksmusik”. Das ist für mich die ideale Plattform. Da kann ich mich in allen Facetten ausprobieren. Ich mache das jetzt erst zwei Jahre, aber am liebsten würde ich es noch 20 Jahre lang weitermachen.

Gleich 20?

SILBEREISEN: Ja, auf jeden Fall solange mich die Zuschauer gerne sehen möchten.

Sind Sie eigentlich ein guter Autofahrer?

SILBEREISEN: Ich denke, ich bin ein sehr sicherer, vorsichtiger und durchaus auch guter Fahrer.

Sind Sie auch ein guter Beifahrer?

SILBEREISEN: (lacht) Ich bin ein schlechter Beifahrer, vor allem, wenn es über enge Berg- und Talstraßen geht. Bis 130, 140 bin ich ruhig, aber wenn dann auch noch telefoniert wird nebenbei, werde ich sehr nervös. Es gibt nur wenige Fahrer, bei denen ich die Augen zumache und schlafe.

Sie sind bestimmt der Meinung vieler Männer, dass Frauen nicht gut einparken können.

SILBEREISEN: Das möchte ich nicht behaupten! Meine Freundin ist da wunderbar! Aber ich bin auch bei Männern kein guter Beifahrer.

Am 18. Februar werden Sie hoffentlich mit heilen Knochen in Würzburg das „Überraschungsfest der Volksmusik” präsentieren.

SILBEREISEN: Das wird so, wie die Leute die Sendung aus dem Fernsehen kennen. Wir wollen versuchen, sie eins zu eins zu projezieren und haben viele tolle Stars von jeder Musikrichtung dabei. Das wird ein sehr buntes Programm sein, das sich schön in einer großen Show zusammenschließt.

Angenommen, Sie dürften sich zwischen einem Traumurlaub und einem Traumauto entscheiden. Was würden Sie wählen?

SILBEREISEN: Den Traumurlaub! Ein Auto ist zwar was Schönes, aber da geht es mir um die Sicherheit. Das Auto ist das zweite Wohnzimmer, muss stabil und sicher sein. Von einem Urlaub kann man dagegen ein ganzes Leben lang erzählen. Ich bin jemand, der die Tiefen des Ozeans faszinierend findet. Die Malediven und Seychellen sind meine absoluten Traumziele.

Mit dem „Überraschungsfest der Volksmusik” gastiert Silbereisen am 18. Februar um 19.30 Uhr in der Würzburger s. Oliver Arena. Mit dabei sind Patrick Lindner, DJ Ötzi, Maria und Margot Hellwig, das Original Naabtal-Duo, Angela Wiedl, Angelika Milster sowie das MDR-Fernsehballett. Karten gibt es bei den Fränkischen Nachrichten.



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