![]() | 05.02.2005 |
"Kinder, um zwei müsst Ihr im Bett sein!"
FN-Interview mit Bata Illic, Sandra Weiss und Géraldine Olivier zur "Gala der Volksmusik"
Von Sabine Küssner
Sie sind das "Dreamteam" bei der "Gala der Volksmusik": Die beiden populären Sängerinnen Géraldine Olivier und Sandra Weiss und - quasi als Hahn im Korb - Bata Illic, mit seinen vielen Hits heute eine Art lebende Legende des gepflegten deutschen Schlagers. Doch nicht nur bei seinen Auftritten hat das musikalische Trio viel Spaß. Die Drei gehen auch gerne gemeinsam shoppen, verrieten sie im FN-Interview. Bata Illic fungiert dabei als modischer Berater - ein Schelm, wer dabei an seinen Schlager "Ich möcht’ der Knopf an deiner Bluse sein" denkt. Aber nicht nur kleidungstechnisch trifft er voll den Geschmack seiner beiden Kolleginnen. Die beiden Damen sind sich nämlich einig: "Er ist ein Mann, wie ihn sich jede Frau wünscht!"
Géraldine, vor zehn Jahren hatten Sie Ihren großen Durchbruch. Mit welchen Gefühlen denken Sie an diese Zeit zurück?
OLIVIER: Ich bin so dankbar und weiß das große Glück, das ich habe, zu schätzen. Dieser Grand Prix-Sieg damals hat mir die Türen geöffnet.
Sandra, wenn Ihnen vor zehn Jahren jemand prophezeit hätte, dass Sie ein berühmter Volksmusikstar werden - wie hätten Sie da reagiert?
WEISS: Sehr verwundert! Ich wollte zwar immer Sängerin werden und habe das bereits mit drei Jahren für mich beschlossen. Seit ich neun bin, stehe ich auf der Bühne - aber das lief immer nebenbei. Ich hatte die Schule, den Beruf. Für mich war das ein Wahnsinn, dass dieser Traum in Erfüllung geht. Das ist ein Riesenglück, und für mich ist dieser Beruf Berufung.
Bata, war die Musik für Sie auch Berufung?
ILLIC: Das alles hatte ich gar nicht erwartet und ich war so glücklich, als sich die ersten Erfolge einstellten. Ich habe immer gedacht: Nun gut, ich nehme mal eine Platte auf und das war’s dann. Aber von Platte zu Platte wurde der Erfolg immer größer. Ich bin jetzt 35 Jahre dabei - das ist eine sehr lange Zeit. Ich freue mich, dass mir meine Fans treu geblieben sind. Die Teenies von damals sind heute 50 und mögen mich immer noch. Die Jugend ist dazu gekommen, weil sie diese Musik für sich entdeckt hat.
Sie haben sich im Laufe der Jahre überhaupt nicht verändert. Wie machen Sie das nur?
ILLIC: Dankeschön, aber in meinen Garderoben herrscht Spiegelverbot! (lacht). Natürlich ist man älter geworden. Aber ich bin wohl durch die Bühne jung geblieben.
WEISS: Der Bata ist jung im Herzen.
Jung - und natürlich, oder?
ILLIC: Ich liebe Natürlichkeit. Und so wie man bei einem Friseur, Arzt oder Handwerker gute Arbeit schätzt, ist es auch bei einem Sänger. Wenn einer seine Arbeit gut macht, dann bekommt er Applaus - und damit ist’s genug. Ich habe das Glück, einen wunderbaren Beruf auszuüben und die Leute glücklich und fröhlich zu machen. Und das ist der Sinn der Sache.
Gibt es in Ihrer Branche Freundschaften?
ALLE: Ja!
ILLIC: Wir drei sind richtig gute Freunde. Wirklich wahr!
WEISS: Das besondere an Künstlerfreundschaften ist, dass keiner dem anderen böse ist, wenn er einmal keine Zeit hat oder nicht täglich anruft. Jeder weiß, dass der andere auch viel Arbeit hat. Aber wenn man sich trifft, dann ist es, als ob man sich gestern das letzte Mal gesehen hätte. Da ist Herzlichkeit da, man nimmt sich in den Arm - es ist einfach wunderschön.
Geht man auch mal miteinander shoppen?
WEISS: (lacht): Erst gestern wieder! Géraldine und ich beraten uns gegenseitig und Bata kommt immer mit.
OLIVIER: Bata sagt ehrlich, ob’s schön aussieht oder nicht.
ILLIC: Und wenn ich nicht dabei bin, zeigen mir die Mädels hinterher, was sie eingekauft haben.
Und wenn es Ihnen nicht gefällt, dann bringen es die beiden wieder zurück?
OLIVIER: Es gefällt ihm immer! Irgendwie haben wir seinen Geschmack stets getroffen.
WEISS: Ich habe ja in der Modebranche gelernt und glaube, ich habe Géraldine gut beraten . . .
OLIVIER: Sie berät sensationell!
Beraten Sie beide auch Bata?
WEISS: Ja, natürlich! Wenn er sich etwas kaufen möchte . . .
ILLIC: Meine Frau kauft mir alles, von den Strümpfen bis zum Hemd - wirklich alles. Ich habe noch nie in meinem Leben etwas gekauft.
WEISS: Das ist nicht wahr, weil er immer unterwegs ist, um etwas für seine Frau zu finden.
OLIVIER: Bücher über Geschichte und Kunst zum Beispiel, weil sie so etwas mag.
WEISS: Er ist ein richtig aufmerksamer Ehemann.
OLIVIER: Ein Mann, wie ihn sich jede Frau wünscht!
So, wie Sie von ihm schwärmen, könnte seine Frau aber eifersüchtig werden!
WEISS: Nein! Sie hat uns beide kennengelernt. Wir mögen uns sehr.
ILLIC: Sie sagt bei jedem Telefonat schöne Grüße.
WEISS: Sie ist eine ganz liebe Frau, die genau weiß, was sie möchte und dem Bata zeigt, wo’s langgeht (lacht).
Géraldine, Ihr großes Vorbild ist Mireille Mathieu.
OLIVIER: Oh ja! Ich hatte auch schon Fernsehsendungen mit ihr. Sie hat mir die Goldene Eins überreicht. Wir haben vor, ein Duett aufzunehmen, aber dazu darf ich noch nicht mehr verraten. Ich liebe aber auch Barbra Streisand über alles. Diese Frau ist fantastisch.
Sandra, haben Sie auch Vorbilder?
WEISS: Ich bin mit Jungs groß geworden und hatte immer männliche Vorbilder. Robbie Williams finde ich toll. Er ist so facettenreich. Außerdem bin ich ein großer Fan von Elvis. Dieser Mann hat mich schon als Kind fasziniert. Er war ein Wahnsinnskünstler und ein guter Schauspieler.
Bata, wen haben Sie verehrt?
ILLIC: Am Anfang war Frank Sinatra eine Art Leitwolf für mich. Mir hat seine Art von Interpretation sehr gut gefallen. Das war etwas besonderes. Ich hatte das Glück, ihn sehr oft zu hören.
WEISS: Und heute ist Bata ein Fan von Géraldine und mir (lacht).
Bata, welche Beziehung haben Sie heute zu Ihren Hits, die ja alle zu Evergreens wurden?
ILLIC: Ich bin sehr froh, dass ich diese Hits hatte. Und ich bin dazu verpflichtet, sie zu singen. Ich habe es auch mit anderen Musikrichtungen versucht, aber das Publikum erwartet diese Lieder von mir - und dann singe ich sie. Natürlich bringe ich bei meinen Auftritten auch neue Lieder, aber jetzt bei der Tournee singe ich nur die alten Hits. Und die sind wirklich Evergreens geworden.
Géraldine, die letzten Jahre waren nicht immer nur eitel Sonnenschein für Sie. Wie schwer fällt es einem auf die Bühne zu gehen, wenn man Kummer hat?
OLIVIER: In der schweren Zeit bin ich gar nicht aufgetreten. Ein Jahr lang ging gar nichts. Man kann nicht über Sonnenschein und Liebe singen, wenn es einem elend zumute ist. Diese harte Zeit konnte ich aber dank meiner Fans überbrücken. Sie haben mich so wunderbar unterstützt. Ich bin ihnen so vieles schuldig.
Sandra, wie ist es für Sie, raus auf die Bühne zu müssen, wenn Ihnen gar nicht danach ist?
WEISS: Bei mir ist natürlich auch nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Die Musik hat mich aber immer aufgebaut.
Bata, Ihre Erfahrungen?
ILLIC: Da hat mir immer meine Frau geholfen. Sie ist Optimistin und glaubt einfach an mich. Natürlich hatte auch ich schlechte Zeiten, aber Gott sei Dank gab es immer die Bühne - auch als der Plattenumsatz einmal nicht mehr da war.
Sie waren ja Stammgast in Dieter Thomas Hecks "ZDF-Hitparade". Was war das für eine Zeit?
ILLIC: Einfach wunderbar! Es gab keinen Neid, alle waren wir befreundet und jeder hat sich über den Erfolg des anderen gefreut. Ich habe das Publikum immer animiert, für die anderen zu klatschen und zu jubeln. Und die anderen machten das umgekehrt für mich. Ich telefoniere oft mit Dieter. Im Oktober gehen wir auf Tournee, und da sind schon viele Künstler von damals zusammen: Karel Gott, Roland Kaiser, Lena Valaitis, Bernd Clüver, Cindy & Bert. Für uns alle wird es ein großes Wiedersehen.
Wie viele Heiratsanträge bekommt man denn als Sandra Weiss und Géraldine Olivier?
ILLIC: Da muss ich gut aufpassen!
WEISS: Zu Anträgen kommt es eigentlich nicht. Aber es gibt Flirts.
OLIVIER: Oh ja!
Aber Bata ist immer dabei.
WEISS: Bata passt auf uns auf. Und natürlich auch das Duo Treibsand.
ILLIC: Ich sage immer: Kinder, um zwei Uhr müsst Ihr im Bett sein!
"Die Gala der Volksmusik" ist mit Géraldine Olivier, Sandra Weiss, Bata Illic, Maria und Margot Hellwig, dem Alpentrio Tirol, Edward Simoni und dem Duo Treibsand am 9. März in der Tauberbischofsheimer Pestalozzihalle zu erleben. Karten gibt es bei den Fränkischen Nachrichten, die die Gala auch präsentieren. FN Card-Inhaber erhalten einen Preisnachlass.