![]() | 13.09.2002 |
Es ist wichtig, an etwas zu glauben
Nach dem Jordanien Cup geht der 29-Jährige mit der Kelly Family auf Tournee und kommt nach Walldürn
Von Sabine Küssner
Drei Seelen sind es mindestens, die in seiner Brust schlummern. Joey Kelly ist Manager, Musiker und Mitglied der Kelly Family, beinharter Sportler, aber auch liebevoller Familienvater. Momentan bereitet sich der 29-Jährige auf den Jordanien Cup vor, danach geht es wieder auf Tournee. Am 27. Dezember gastiert die Kelly Family um 20 Uhr in der Walldürner Nibelungenhalle. Karten gibt es unter Telefon 0 62 82 /72 22.
FN: Joey, Bücher schreiben ist gerade unheimlich in. Haben Sie auch schon mal daran gedacht?
Kelly: Letztes Jahr habe ich ein Buch herausgebracht, einen Bildband über meinen Sport.
FN: Haben Sie keine Lust, auch mal richtig "auszupacken"?
Kelly: (lacht) Ich habe keinen Grund dazu!
FN: Aber Stoff gäbe es ja sicher genug.
Kelly: Klar. Doch ich bin erst 29. In zehn Jahren schreibe ich vielleicht einmal ein Buch über meinen Vater. Das würde mich interessieren. Er war ein großartiger Mensch.
FN: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?
Kelly: Wenn es einen Himmel gibt, dann sind sowohl mein Vater als auch meine Mutter auf jeden Fall dort oben. Meine Mutter ist ja schon länger tot, und bei ihr habe ich immer das Gefühl, dass sie bei uns ist und sich um uns kümmert.
FN: Wie haben Sie den Tod Ihres Vaters Ihrem Sohn Luke erklärt?
Kelly: Noch gar nicht. Er war zwar auf der Beerdigung dabei, aber für eine richtige Erklärung ist es noch zu früh, er ist ja erst zwei Jahre alt. Später einmal werde ich ihm Bilder zeigen und ihm erzählen, was für ein großartiger Mensch sein Großvater war.
FN: Ihre aktuelle CD heißt "La Patata", die Kartoffel. Können Sie eigentlich kochen?
Kelly: Nicht gut. Das beherrscht meine Frau viel besser. Ich kann das Frühstück machen oder auch mal Spaghetti kochen. Wenn mir aber jemand sagt, was ich machen muss, dann mach' ich das.
FN: Zum Überleben reicht's also.
Kelly: Das auf jeden Fall!
FN: In dem Lied "True Love" heißt es: "Running is easy, staying is hard". Viele Promi-Ehen gehen schnell wieder in die Brüche. Was tun Sie und Ihre Partnerin dagegen?
Kelly: Wir sind schon sehr lange zusammen und streiten sehr wenig. Wichtig ist, dass man in der Realität lebt und nicht in einer verlogenen Scheinwelt. Und dass man jeden Tag um seinen Parner kämpft und nicht denkt: Der gehört jetzt mir, den habe ich sicher. Respekt vor einander ist sehr wichtig.
FN: Können Sie schnell abschalten, wenn Sie müde von einer Tournee nach Hause kommen und dort nicht mehr der umjubelte Joey, sondern "nur" noch Partner und Papa sind?
Kelly: Mein Sport ist ein guter Ausgleich. Er hilft mir auch, bodenständig zu bleiben. Wenn ich nach Hause komme, bin ich ein ganz normaler Vater.
FN: Was steht denn sportlich gesehen als nächstes an?
Kelly: Anfang November nehme ich an einem 100-Meilen-Lauf in der jordanischen Wüste teil, dem Jordanien Cup.
FN: Solch einen knochenharten Lauf machten Sie doch schon mal mit, beim Marathon de Sable in Marokko. Und das wollen Sie sich wieder antun?
Kelly: (lacht) Ja, das will ich! Ich will da immer wieder hin!
FN: Wie geht es eigentlich Luke?
Kelly: Super! Er spricht alles nach und wird immer selbständiger. Es ist wahnsinnig schön, ein Kind zu haben. Das ist für mich das Größte überhaupt. Das bleibt und das prägt.
FN: Auf der CD gibt es auch das Lied "Oh God", ein Bekenntnis zu Gott. Glauben Sie an eine höhere Macht?
Kelly: Meine Brüder Paddy und Jimmy beispielsweise sind sehr gläubig. Ich glaube an Gott, aber mehr für mich. Eine Kirche besuche ich selten. Aber ich habe sehr viel Respekt vor Leuten, die regelmäßig in die Kirche gehen. Es ist wichtig, an etwas zu glauben. Heute denken viele Jugendliche aber nur an sich, an Geld und an ihr Aussehen.
FN: Worauf können sich Ihre Fans in Walldürn freuen?
Kelly: Wir spielen natürlich die alten Hits, aber auch etliche Songs unserer neuen CD.
FN: Die Kelly Family hat ihr Aussehen verändert. War das aus einer Laune heraus oder beschreiten Sie neue Wege?
Kelly: Es ist jetzt eine neue Zeit für die Familie. Alles ist ein bisschen schlichter gehalten, auch musikalisch gesehen setzen wir jetzt mehr auf Understatement.