![]() | 29.07.2005 |
"Saphira ist Loonas persönlicher Hit"
Die „Königin der Sommerhits” meldet sich mit „Oye El Boom” in den Charts zurück
Von Sabine Küssner
Loona ist zurück und wie! Nach einer privaten Achterbahnfahrt der Gefühle vor eineinhalb Jahren starb ihre geliebte Mutter, im Februar wurde Loona selbst Mama , zeigt die „Königin der Sommerhits” („Bailando”), dass sie ihr Metier nicht verlernt hat. Die schwere Zeit der Trauer verarbeitete sie musikalisch mit dem Clapton-Song „Tears in Heaven”. Mit Töchterchen Saphira (Papa ist ihr Lebensgefährte DJ Sammy) aber kam die Lebensfreude zurück. Loona ist wieder voller Power, was man auch ihrer neuen Single „Oye El Boom” anmerkt. Die gebürtige Holländerin Marie-José van der Kolk alias Loona kann wieder lachen und steckt voller Ideen. In ihrer knappen Freizeit findet man sie im Gegensatz zu früheren Gewohnheiten in Kinderläden. „Ich bin immer auf der Suche nach coolen Klamotten für Saphira!”, verriet sie im FN-Interview.
Loona, Deine neue Single „Oye El Boom” strahlt viel Lebensfreude und Power aus. Ist das auch ein Verdienst deiner kleinen Tochter?
LOONA: Absolut! Viele Leute haben im letzten Jahr nach meiner Ballade „Tears in Heaven” gesagt, dass sie doch eigentlich fröhliche Sommersongs von mir gewöhnt seien. Ich befand mich aber in meiner Schwangerschaft in einem solchen Wirbelsturm von Emotionen. Man verarbeitet in dieser Zeit ja auch einen großen Teil seiner Vergangenheit. Deswegen konnte ich einfach keine Spaßnummer machen. Natürlich war ich superglücklich, aber nicht nur. Und so musste ich mal etwas anderes rauslassen als einen weiteren Sommersong.
Du hattest ja auch kurz zuvor deine Mutter verloren.
LOONA: Ja, das kam noch dazu. Es passierte alles auf einmal und mir wurde deutlich klar, ich habe meine Mutter nicht mehr bei mir und werde selbst Mutter.
Das ist krass.
LOONA: Ja, das ist sehr krass. Aber so ist das Leben. Viele Leute hatten solch einen Song einfach nicht von mir erwartet. Manche Reaktionen haben mich sehr erstaunt. Sammy hat dann einen guten Satz gesagt: „Lache und alle Leute lachen mit dir. Aber wenn du weinst, weinst du allein.” Umso mehr empfinde ich jetzt wieder Freude. Das gibt mir Power, und ich will allen zeigen: Hey, die Sommersongs mach' ich auch noch! Seit Saphira geboren ist, habe ich solch eine große Lebensfreude bekommen, das ist unglaublich.
Hast du dir das Muttersein so vorgestellt?
LOONA: Das kann man eigentlich gar nicht. Aber es ist so etwas von schön! Ich bin eine ganz authentische Mutter, die alles schön findet, auch das Windelwechseln, auch das nächtliche Aufstehen und das viele Stillen. Ich hatte jetzt schon monatelang keine normale Nacht mehr, aber das macht mir nichts. Klar hat man mal einen Tiefpunkt. Aber dann legt man sich für eine Weile hin und dann ist man wieder fit.
Wie macht sich Sammy als Daddy?
LOONA: Ich sag immer Daddy Cool zu ihm. Gleichzeitig ist er aber auch eine kleine Drama-Queen, denn ab und zu dramatisiert er alles. Dann sag ich: „Hey, relax', es geht doch!” Er ist ein sehr stolzer Papa. Und er korrigiert mich in allem, was ich seiner Meinung nach vielleicht doch nicht ganz richtig mache. Ich denke, unsere Mischung ist perfekt.
Hast du eine andere Einstellung zum Leben bekommen?
LOONA: Ja, in mehrfacher Hinsicht. Ich habe immer gedacht, wenn das Baby da ist, werde ich mal wieder richtig schön shoppen gehen. Aber das hab' ich immer noch nicht gemacht, ich hab' noch immer nichts für den Sommer gekauft! Und wenn ich Zeit habe, dann bin ich nur in Kinderläden auf der Suche nach coolen Klamotten für Saphira. Außerdem nimmt man sich selbst nicht mehr so wichtig. Früher habe ich das zwar auch nicht getan, aber für die Arbeit ist man normalerweise immer auf der Suche nach Klamotten. Diesmal kam ich zum Videodreh für „Oye El Boom” und hatte gar nichts Neues dabei dabei bin ich doch solch ein Controlfreak! Aber es war egal. Zusammen mit drei Stylisten habe ich trotzdem ein tolles Outfit zusammengestellt.
Welche Werte möchtest du Saphira mitgeben?
LOONA: Sammy und ich reden oft darüber. Ich würde das unterstützen, was sie selbst für richtig hält. Natürlich werde ich versuchen, sie zu lenken. Ich möchte ihr soviel wie möglich auf ihren Weg mitgeben. Auch solche Dinge, zu denen meine Mutter mich verpflichtet hat: Tennis oder Querflötespielen zum Beispiel. Das fand ich gar nicht cool. Aber ich hab's gemacht, weil meine Mutter es wollte. Doch noch heute lerne ich daraus. Saphira habe ich schon fürs Babyschwimmen angemeldet. Ich möchte, dass sie viele Sportarten und viel Kultur kennenlernt. Und sie soll genauso unkompliziert wie ich sein, was das Essen angeht.
Und was sollte sie sich besser nicht von dir abschauen?
LOONA: Ich komme immer zu spät, bin immer unpünktlich. Das soll sie nicht übernehmen! Aber seit sie da ist, ist es schon besser geworden mit mir. Auf dem Flughafen zum Beispiel war ich immer zu spät. Und jetzt bin ich schon ein paar Mal mit Saphira geflogen und war pünktlich ich kann doch mein Baby nicht stressen!
Mit „Oye El Boom” hast du einen Riesenhit gelandet. Hat man im Studio gleich dieses Gefühl, ja, dieses Lied wird die Charts stürmen?
LOONA: Eigentlich bin ich jedes Mal erst vorsichtig und skeptisch. Im Studio stehe ich immer mit einem breiten Lächeln vor dem Mikro auch das hilft. Ich höre das in meiner Aufnahme. Und ich höre es auch, wenn ich einen Song mit einem anderen Feeling gesungen habe, ohne dieses Lächeln.
Wie geht es in deiner Karriere weiter?
LOONA: Ich hoffe, meinen Beruf als Sängerin mit meinem neuen „Beruf” als Mutter so lange es geht kombinieren zu können. Ich weiß aber auch, dass es jetzt noch einfacher ist als in zwei, drei Jahren. Denn dann braucht Saphira einen stabileren Platz, geht in den Kindergarten und will mit ihren Freundinnen spielen. Jetzt kann ich sie noch einpacken. Ich stille sie voll und will das so lange durchziehen, bis es nicht mehr geht. Ich gebe sie auch ohne Probleme mal jemand Anderem in die Hände, so dass sie nicht nur die Mama um sich herum hat. Ich möchte, dass sie ein Kind ist, das nicht weint, wenn es in den Kindergarten gehen muss. Ich habe das früher auch nicht gemacht.
Wenn Saphira eines Tages auch Künstlerin werden möchte, was dann?
LOONA: Natürlich hat man als Mutter immer Angst. Aber ich gehe davon aus, dass ich ihr genug Werte und Intelligenz mitgebe. Meine Eltern waren damals auch besorgt. Aber ich habe noch nie Drogen genommen, war noch nie betrunken. Meine Mutter musste mich auch nie davor warnen. Ich denke, wenn man in der Erziehung Normen und Werte vermittelt, kann man darauf vertrauen, dass das Kind sie auch verinnerlicht. Und zusätzlich habe ich mit Sammy auch jemand, der ein waches Auge auf sie hält, was das Business angeht. Er ist ein perfekter Personal Manager.