![]() | 29.01.2005 |
"Was ich mache, kommt von innen"
Andreas Ratzka vom "Duo Treibsand" im Interview / Gastspiel am 9. März in Tauberbischofsheim
Von Sabine Küssner
Aus Urlaubsbekanntschaften werden manchmal Freundschaften. Und zuweilen verlaufen sie im (Treib-)Sand - was in diesem Falle durchaus positiv gemeint ist. Andreas Ratzka und Rüdiger Krampitz, beide musikbegeistert, lernten sich 1992 im Skiurlaub in Österreich kennen und beschlossen, ein gemeinsames Lied aufzunehmen. Aus Andreas und Rüdiger wurde das Duo Treibsand, ihr erstes Lied "Wenn der Norden erwacht" mehr als ein Achtungserfolg. Andreas aus Hausen bei Aschaffenburg und Nordlicht Rüdiger sind längst Freunde fürs Leben - und schon wieder auf Tournee. Mit Maria und Margot Hellwig, Bata Illic, Géraldine Olivier, Sandra Weiss, dem Alpentrio Tirol und Edward Simoni gestalten sie die "Gala der Volksmusik".
Andreas, wie ist denn die Stimmung in der Truppe?
RATZKA: Wunderbar! Das Programm ist klasse. Jeder Künstler macht seinen Part, und am Ende kommen alle noch einmal mit einem Medley-Block auf die Bühne. Stargast ist natürlich Bata Illic.
Die Entstehungsgeschichte des Duo Treibsand liest sich ja fast wie ein Märchen. War das in Ihren Augen eine schicksalhafte Begegnung?
RATZKA: Ja, das war so etwas wie Schicksal. Selber empfindet man das vielleicht gar nicht so. Wir ernteten eine solch große Resonanz auf unser erstes Lied, dass wir weitermachten. Man produziert neue Titel und kommt damit wieder ins Fernsehen. Das ist wie eine Kettenreaktion. Dabei hatte ich nie das Ziel: Ich möchte auf die Bühne, ich möchte ins Fernsehen. Und eigentlich habe ich vorher schon Produktionen gemacht, Titel für andere Künstler komponiert . . .
Für wen denn zum Beispiel?
RATZKA: Maria und Margot Hellwig produziere ich schon seit zehn Jahren, dann Takeo Ischi, das Duo California, Ulla Norden, Steffi und Bert sowie Peter Lorenz.
Waren Sie schon immer so kreativ?
RATZKA: Die kreativen Fächer hatte ich seit je her lieber als die anderen. Ich war auf einer mathematisch-naturwissenschaftlichen Schule und habe danach an der Wirtschaftsschule mein Wirtschaftsabitur gemacht.
Welchen Beruf könnten Sie sich denn gar nicht vorstellen? Finanzbeamter vielleicht?
RATZKA: Ich bin jemand, der das, was er sich ausgesucht hat, auch durchzieht. Während meiner Praktikumszeit war ich auch einmal in einer Stadtverwaltung. Das hat auch richtig Spaß gemacht! So trocken ist das gar nicht.
Sie sind viel mit Maria und Margot Hellwig unterwegs. Wie würden Sie die Beziehung zu ihnen beschreiben?
RATZKA: Das ist ganz einfach eine außergewöhnliche Freundschaft, wie man sie sonst in der Branche nicht so kennt. Man kann mit ihnen über alles reden. Wenn wir uns privat unterhalten, dann wissen wir, dass es am nächsten Tag nicht in der Zeitung steht. Schon als Kind sah ich ihre Sendungen. Ich hätte mir das nie erträumt, dass ich einmal so eng mit ihnen zusammen arbeite und dabei so eine tolle Freundschaft entsteht. Die Beiden sind mir auch große Vorbilder. Sie sind immer bescheiden und haben stets ein gutes Wort für alle - auch für diejenigen, die bei solch einer Tournee hinter den Kulissen arbeiten.
Haben Sie früher auch gerne die "ZDF-Hitparade" mit Dieter Thomas Heck angeschaut?
RATZKA: Ja, klar!
Da kann Ihnen Bata Illic, der ja ebenfalls auf der Tournee dabei ist, bestimmt viele schöne Geschichten erzählen!
RATZTA: Ich habe auch schon ein Lied für ihn geschrieben: "Nicht für immer, aber ewig".
Wenn Ihnen das damals jemals gesagt hätte . . .
RATZKA: Das hätte ich nie geglaubt! Ich habe auch nie darauf hin zugearbeitet. Es gibt ja Leute, die unbedingt ins Showgeschäft wollen, aber das war bei mir nie der Fall. Ich bin auch nicht der Typ, der auf irgendwelche Modewellen springt und Schlager nur dann macht, wenn sie gerade angesagt sind. Das, was ich mache, kommt von innen. Genauso wären für uns die "Ballermann"-Schiene oder etwas ganz Modernes undenkbar. Wir machen leichten Schlager und bleiben auch dabei.
Angenommen, Rüdiger hätte eine Weltreise gewonnen und Sie müssten sich für eine bestimmte Zeit einen anderen Bühnenpartner suchen. Auf wen fiele Ihre Wahl?
RATZKA: (lacht) Das würde ich nicht machen! Dann würden wir eben eine Zeitlang pausieren. Wir sind ein Team und auf einander eingespielt. Er muss mich dann einfach mitnehmen!
Was macht Ihre Freundschaft zu Rüdiger aus?
RATZKA: Ich könnte ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen. Wir sind jetzt auf Tour jeden Tag zusammen und dann kommt wieder eine Zeit, in der man sich eine Weile nicht sieht. Aber es ist kein Unterschied zu vorher, wenn man sich danach wieder trifft. Wir telefonieren auch viel, besprechen neue Projekte und kommende Auftritte.
Am 9. März gastieren Sie in Tauberbischofsheim. Was haben Sie denn für ein Programm dabei?
RATZKA: Wir werden Lieder aus unserer aktuellen Doppel-CD präsentieren. Das ist wie ein Best of. Da ist auch ein ganz neuer Titel dabei, der "Es gibt noch rote Rosen" heißt. Deshalb überreichen wir auch symbolisch Rosen an unsere Fans. Mit diesem Titel möchten wir uns bei unseren treuen Anhängern bedanken. Dann präsentieren wir auch einen ganz neuen Titel, das ist so zu sagen eine Welturaufführung in Tauberbischofsheim.
Verraten Sie schon den Titel?
RATZKA: Er heißt "Einmal im Leben".
Die Fränkischen Nachrichten präsentieren die "Gala der Volksmusik" am 9. März in der Pestalozzihalle in Tauberbischofsheim. Karten gibt es bei den FN. FN Card-Inhaber erhalten einen Preisnachlass.